Nur 60 angemeldete Besucher am Tag: Insel Vilm vor der Südküste Rügens


Von Elke Backert

„Ich habe kaum jemals wieder das Gefühl so ganz reinen, schönen und einsamen Naturerlebens gehabt wie damals auf dem kleinen Eilande, das sonst niemand zu sehen pflegt, der Rügen besucht.“ Nicht nur 1819, als der Philosoph, Arzt und Landschaftsmaler Carl Gustav Carus (1789-1869) diese Worte schrieb, „pflegte niemand“ außer Malern die Rügen im Süden vorgelagerte Insel Vilm zu betreten. Das war auch zu DDR-Zeiten so. 1959 wurde die Öffentlichkeit ganz ausgesperrt. Lediglich hohe Staatsfunktionäre durften in den eigens gebauten Reetdach-Häusern urlauben. Seit der Wende arbeitet die Internationale Naturschutzakademie (INA), Außenstelle des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Bonn, auf dem schon 1936 als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Vilm (es heißt der Vilm) und stellt Räume und Betten für Tagungen und Seminare zum Thema zur Verfügung. Seither dürfen – nach Voranmeldung – bis zu 60 Besucher mit MS „Julchen“ ab Hafen Lauterbach auf den 2,5 Kilometer langen, 94 Hektar großen und bis zu 37,8 Meter aufragenden Vilm, aber nur den nördlichen Teil.   Weiterlesen

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Dr Bär isch wieder in Bärn am Fasnachte

Die Berner Gassenfasnacht ist nach Luzern und Basel die drittgrößte Narrenveranstaltung in der Schweiz

An den Trambahn-Haltestellen weisen Schilder auf Umleitungen hin. Am Abend des Donnerstags nach Aschermittwoch, in diesem Jahr am 2. März, ist in der Berner Altstadt kein Durchkommen mehr. Ganz „Bärn“ scheint auf den Beinen. Die „Bärebefreiig“ steht an. Das Wappentier von Bern, der Bär, üblicherweise im Bärenpark beheimatet, hält seit 11.11. des Vorjahres seinen Winterschlaf im Käfigturm am Bärenplatz und wird um 20 Uhr befreit.

„Usschwärme“

Gugge

Die Köpfe der Zuschauer sind auf die blau angestrahlte Fassade mit den feuerrot leuchtenden Fenstern gerichtet. Das oberste steht offen. Zwei Seile hängen heraus. Wer das Spektakel noch nicht miterlebt hat, rätselt: Lässt sich der Bär an den Seilen herunter? Eine Musikkapelle wartet mit einem Tusch auf. Pünktlich um acht steigt der Bär, rotes Tuch um den Hals, aus dem Fenster und läuft mit ausgebreiteten Armen auf der Fassade wie auf einer geraden Ebene. Überraschend, kurz, beinahe poetisch. Applaus ist ihm gewiss. „Dr Bär isch wieder in Bärns Gassen am Fasnachte.“ Und ganz Bern mit ihm. Nach dem „Bäretanz“ geht`s zum „Usschwärme“ auf den Bundesplatz vor dem der Dresdner Semperoper nachempfundenen Bundeshaus.  

 

Die „Bärebefreiig“ steht an.

Schön bunt

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Dahingleiten auf der Rhône unter südfranzösischem Himmel

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Bei Ausflügen die Landschaften der Ardèche und Camargue kennenlernen, Aix-en-Provence, die Römerstädte Arles und Lyon und die mittelalterlichen Städte Viviers, Avignon und Pérouges

Äußerst angenehm ist es, das Hotel immer dabei zu haben – ohne Kofferpacken und Umziehen -, weshalb eine Kreuzfahrt jedem Genießer gefallen wird. Eine Flusskreuzfahrt bietet noch den Vorteil, dass man – auf dem Sonnendeck einen Drink süffelnd – die Landschaft an sich vorüberziehen lassen und zusehen kann, wie bei niedrigen Brücken – und es gibt nicht wenige davon – das Steuerhaus samt Kapitän gesenkt wird und wie das Schiff die engen Schleusen überwindet – auf der Rhône sind es 14 an der Zahl. Dabei ist die höchste von ganz Frankreich und misst 23,5 Meter.   Weiterlesen

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Eine touristisch wenig bekannte Region Spaniens – die Aragonesischen Pyrenäen

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Für mich war allein schon die Anreise ein Abenteuer. Sobald die Pyrenäen begannen, jene 430 Kilometer lange, teils vergletscherte Gebirgskette, die sich zwischen dem atlantischen Golf von Biscaya im Westen und dem mittelmeerischen Golf de Roses im Osten erstreckt und Frankreich und ganz Nordeuropa von der Iberischen Halbinsel trennt, verwandelte sich die zuvor breite Fahrbahn in eine schmale, äußerst kurvenreiche Straße, übersät mit Gefahrenschildern: Vorsicht Hirschsprung, Vorsicht Steinschlag, Vorsicht Rutschgefahr, Vorsicht Kühe, Achtung 40, Vorsicht Fußgänger… und der Fahrer des Minibusses rast und überholt, rast weiter, überholt – in stockdunkler Nacht.

Bild oben: Benasque mit mittelalterlichem Kern vor hohen Schneegipfeln

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Ein charakteristisches pyrenäisches Dorf

Am nächsten Morgen zeigt sich die Natur in ihrer wahren Größe. Bizarre weiße Gipfel von fast 200 Dreitausendern krönen Benasque, eine Stadt in der spanischen Provinz Huesca, die wiederum mit den Provinzen Saragossa und Teruel zum ehemaligen Königreich Aragón gehört. Aragón, zu deutsch Aragonien, grenzt im Norden auf dem Hauptkamm der Pyrenäen an Frankreich, im Osten an Katalonien, im Südosten an Valencia und im Westen an Kastilien-La Mancha, Kastilien-León, La Rioja sowie Navarra. Die Hauptstadt ist Saragossa.    Weiterlesen

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Abenteuer Island

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Wie erwartet: Regen in Reykjavik. Doch was macht`s, wir nehmen einen Mietwagen und brausen die asphaltierte Ringstraße runter gen Südosten, vorbei an rotschwarzen Lavafeldern, hell bemoosten bizarren Gesteinsbrocken, an Sumpfwiesen und Häusern mit „lebenden“, das heißt mit Mooserde und Gras gedeckten Dächern, vorbei an einem Bergmassiv, das Teil der Rocky Mountains sein könnte. Geologisch vereinigt Island die ganze Erdgeschichte.

Bild oben: Dank Vierradantrieb meistern wir (fast) jeden Weg über die Insel.    Weiterlesen

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Memmingen – eine Kleinstadt im Allgäu mit großer Vergangenheit

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Als ich kürzlich Freunde in Memmingen besuchte, dachte ich, hoffentlich wird es mir da nicht langweilig. Was kann so eine Kleinstadt im Allgäu mit etwa 41.000 Einwohnern, eine gute Zugstunde von München, schon bieten. Gut, sie hat einen Flugplatz, der wohl stark genutzt wird, weil alle mal raus wollen aus dieser Stadt.
Nein, ein Rundgang belehrte mich eines Besseren. Ich staunte, wie viele Sehenswürdigkeiten der Ort hat und dass man sogar auf einer „Roten Linie“, die zu den architektonischen und geschichtlichen Höhepunkten Memmingens führt, und einer „Grünen Linie“, die einem die grüne Seite Memmingens mit ihren Parkanlagen, Toren und Türmen, Schanzen und Mauerzügen näher bringt, auf sie aufmerksam macht und ein Faltblatt mit Stadtplan die wichtigsten aufführt.   Weiterlesen

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Das Zillertal und der Hintertuxer Gletscher: Atemraubend im Sinne des Wortes

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Immer wieder erzählten Freunde, wie schön es doch im Tiroler Zillertal sei – im Sommer wie im Winter. Das muss man also selbst auch einmal erleben. Gesagt, getan.

Hamburger Besucher, hört man dort vor Ort, seien sehr zahlreich. Das liege wohl auch daran, dass Hamburg besonders viele Ski-Clubs habe. Münchner haben es einfach, sie fahren mit dem Zug, steigen hinter der Grenze in Jenbach um in die Zillertal-Bahn, lassen sich von ihrem Hotel an der Endhaltestelle Mayrhofen abholen, etwa in den Klausnerhof, der sie dann in Kürze nach Hintertux bringt.   Weiterlesen

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Die Prignitz: Die verschwundene Burg ist aufgetaucht

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Man kennt das oder hat davon gehört und gelesen. Wenn irgendwo gegraben wird, kann es passieren, dass man auf besondere Dinge stößt, die erhalten und zum Teil auch ausgegraben werden müssen. Bestes Beispiel Neapel, wo man die U-Bahn an einer Stelle nicht weiterbauen kann, weil zwei antike Schiffe aus der Römerzeit zum Vorschein gekommen sind.

Ähnlich war es auch in der im Norden des Landes Brandenburg gelegenen Prignitz. Bei Baggerarbeiten in einem Gewerbegebiet südlich der Stadt Wittstock im Jahr 2007 stießen die Arbeiter auf zahlreiche Skelette.   Weiterlesen

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Kaiserstuhl: Wo nicht nur die Weine von der Sonne verwöhnt werden…

Burkheim Kaiserstuhl Weinberge 2016-08-23 Foto Elke Backert
Von Elke Backert

Wer hätte gedacht, dass es ein Korkenzieher-Museum gibt? Es ist in Vogtsburg-Burkheim am Kaiserstuhl beheimatet, klein, aber fein, wohl das kleinste Museum der Welt und wohl auch das einzige dieser Art, und präsentiert über 1.200 ausgefallene Objekte.

Korkenzieher im Museum

Obwohl schon im antiken Griechenland, im alten Ägypten und in Assyrien Amphoren mit Stopfen verschlossen wurden, meist aus Ton und mit Hanf umwickelt, setzte die echte Korken-Produktion erst vor etwa 350 Jahren ein. Und seit dieser Zeit musste man sich Gedanken machen, die Korken elegant und zuverlässig wieder herausziehen zu können. Es war die Geburtsstunde des Korkenziehers. Unglaubliche Modelle entstanden, schlicht, figürlich, mechanisch, königlich, erotisch.    Weiterlesen

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Wenn Kopenhagen swingt

Kopenhagen Stroeget Strassenmusik
Von Elke Backert

Was braucht man mehr als eine Gitarre, eine Harke, eine Kordel und eine Holzkiste. Dazu noch zwei skurrile Typen mit Clownsnase und Hut. Der eine haut auf die Saiten, der andere zupft die Kordel und entlockt Harke samt Resonanzkörper-Kiste swingende Töne. Und dänische Kronen füllen das Danke-Töpfchen. Kopenhagen swingt vom Beginn der Ströget, also vom Rathausplatz gleich hinter dem Hauptbahnhof, bis zum Ende beim königlichen Hotel d`Angleterre. Die älteste Fußgängerzone der Welt und noch dazu die längste (1,8 km, mit Nebenstraßen 3,2 km) ist das Herz der dänischen Hauptstadt.    Weiterlesen

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